Von Lagerhaltung und Lieferfristen im „Königreich Tetris“

Wusstest du, dass die Art und Weise, wie man seine Produkte verkauft, auch den Herstellungsprozess beeinflusst? Und vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, warum im RÅVARE-Onlineshop bei meinen Produkten statt „auf Lager“ der Satz „Lieferzeit: ca. 14 Werktage“ zu lesen ist?

Verkauft man im eigenen Laden, fertigt man einen Vorrat an Produkten an, füllt die Regale des Ladens und mit viel Glück hat man genau den Geschmack der Leute getroffen und die Produkte werden gekauft – oder auch nicht. Verkauft man über Bestellungen in einem Onlineshop und lässt man den Kunden die Wahl zwischen 30 Produkten, 10 Farben und 1750 möglichen Kombinationen, kann man nicht auf Vorrat fertigen. Man beginnt dann mit der Anfertigung des Produktes, wenn es aus dem Warenkorb des Onlineshops, bei etsy oder selekkt bestellt wurde.

Um bei dieser hohen Individualität der Produkte so schnell wie möglich zu sein, sind gute Arbeitsvorbereitung, übersichtliche Lagerhaltung und effiziente Prozesse entscheidend. Bevor wir von RÅVARE in das Atelier in Eutritzsch umgezogen sind (siehe auch den Blogbeitrag „Endlich Raum für Ideen: Der Umzug ins eigene Atelier”) musste ich mich bei der Vorratshaltung eher beschränken, weil die Möglichkeiten den veganen Filz und andere Materialien zu lagern, begrenzt waren. Damit ich vor lauter Material auch noch Platz zum Arbeiten hatte, wurde auch nur so viel bestellt, wie ich unterbringen konnte. Heute kann ich voller Stolz verkünden, dass ich die Königin von Tetris bin.

Um die immense Produktvielfalt bei RÅVARE anbieten zu können, sind gute Arbeitsvorbereitung, übersichtliche Lagerhaltung und effiziente Prozesse entscheidend.

Je größer die Produktpalette bei RÅVARE wurde, je mehr Farben wir anboten und je mehr wir von den einzelnen Produktionsprozessen selbst übernahmen, desto mehr Platz benötigten wir. Mittlerweile haben wir einen eigenen Laser und schneiden alle unsere Filzteile selbst. Der Prozess ist dadurch zwar verschlankt und es ist ein riesiger Vorteil, Produktideen oder Prototypen gleich umsetzen zu können, aber ein solches Gerät braucht viel Platz.

Um überhaupt in der Lage zu sein, mehr Bestellungen und auch größere Aufträge in kürzerer Zeit für meine Kunden bearbeiten zu können, musste mehr Platz her. Daher waren es auch besonders die Flächen für Lager und Bevorratung, die mich dazu bewogen den Umzug zu forcieren. Das Atelier bietet auf den zwei Ebenen viel Raum für deckenhohe Regalsysteme. Aber auch bei viel Fläche und Raum ist es wichtig eine Struktur zu entwickeln, die das Arbeiten erleichtert.

Das Einhalten einer bestimmten Ordnung und strukturierte Abläufe halten die Produktionsprozesse bei RÅVARE effizient und optimieren die Fertigung in Handarbeit.

Wer lange sucht, findet später? Nein, er vergeudet Zeit.

Das Ordnunghalten und eine durchdachte Struktur sind für mich nicht nur persönlich sehr wohltuend, sondern betrieblich äußerst hilfreich, um die Produktionsprozesse so effizient wie möglich zu gestalten. Gerade händische Abläufe können durch eine Strukturierung kurz gehalten werden. Das habe ich bei RÅVARE mit einer für mich sehr übersichtlichen Sortierung umgesetzt: alle Schnittteile werden nach Farben und Größen sortiert. Große Schnittteile liegen in den luftigen Regalen, kleine und mittlere Schnittteile werden in transparenten Boxen mit Beschriftung verstaut.

Dank dieses Systems muss ich nur an den Regalen vorbei gehen, hineingreifen und habe für das von dir frisch bestellte Produkt alle Teile beieinander! Aber nicht nur um zu suchen und zu finden, sondern auch um einen Überblick über den Bestand zu haben, ist die Systematisierung der Materialien eine hilfreiche Ergänzung zur elektronischen Lagerhaltung. Aber die ist ein eigenes anderes Kapitel bei RÅVARE-inside.

Alles im Blick und alles griffbereit: RÅVARE-Gründerin Jenny Ullmann bewältigt dank durchdachter Struktur die Fertigung in Handarbeit von 1750 Kombination und hat den Titel “Königin von Tetris” mehr als verdient.

Raus aus dem dritten Zimmer und hinein in eine eigene Schaffenswelt

Seitdem fahre ich täglich „zur Arbeit“ und das ist auch ein Fakt, der mich mein Business noch einmal gänzlich anders erleben lässt. Denn vorher habe ich meine vier Wände nicht für die RÅVARE-Prozesse verlassen müssen. Den Kopf mal frei zu kriegen oder Gedanken kreisen zu lassen, das gelingt nun im Atelier und auf dem Weg dorthin oder wieder nach Hause.

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